Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik

Das Forschungsprojekt im Überblick

PSync: Psychosoziale Notfallversorgung Synchronisations- und Koordinationsplattform

Am 01.09.2025 startete das Projekt „Psychosoziale Notfallversorgung: Synchronisations- und Koordinationsplattform“ (Psync). Im Rahmen der „Forschung für die zivile Sicherheit“ fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das Verbundprojekt in der Laufzeit von zwei Jahren unter der Leitung des Generalsekretariats des Deutschen Roten Kreuzes. Gemeinsam mit unserem Verbundpartner verfolgen wir das Ziel, einen Beitrag zur besseren Vernetzung der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) in Deutschland zu leisten.

Infolge von Krisenereignissen treten neben den sichtbaren physischen Schäden häufig gravierende psychische Belastungen für die Menschen auf, die sie erleben. Als ein zentraler Bestandteil des Bevölkerungsschutzes zielt das Psychosoziale Krisenmanagement (PsychKM) darauf ab, Betroffene – darunter Überlebende, Angehörige, Helfende und Zeugen – ganzheitlich zu begleiten. Hierzu zählt auch die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), als kurzfristige, akute Hilfe für Betroffene und Einsatzkräfte in Notfällen.

Psychische Belastungen sind zwar weniger offensichtlich, aber langfristig prägend. Mit den Erfahrungen aus vergangenen Krisenereignissen, hat die Bedeutung psychosozialer Unterstützung daher deutlich zugenommen. Inzwischen sind die Versorgungsstrukturen der PSNV bundesweit flächendeckend aufgebaut, wobei mit Blick auf die Vernetzung jedoch weiterhin Handlungsbedarf besteht. Das liegt vor allem an der förderalen Trennung sowie der großen Anzahl an unterschiedlichen Organisationen, wodurch die Akteurslandschaft der PSNV stark fragmentiert ist. Besonders in Großschadenslagen, die eine regions- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit erfordern, werden die Folgen der fehlenden Vernetzung in Form von unklaren Zuständigkeiten und mangelnder Koordination deutlich.

Unsere Arbeit beginnt mit einer bundesweiten Erfassung der Akteurslandschaft der PSNV. Neben der Identifikation von relevanten Akteursgruppen zählt hierzu die Erhebung ihrer Kompetenzen, Zuständigkeiten sowie der bestehenden Kooperationsstrukturen. Als wesentliche Akteure der PSNV werden bislang vor allem die etablierten Hilfsorganisationen und die Notfallseelsorge betrachtet. Das gesamte Hilfesystem umfasst jedoch zahlreiche weitere Akteure, die wichtige Unterstützung leisten oder anbieten, und in das bestehende Netzwerk eingebunden werden können. Dazu zählen zivilgesellschaftliche Initiativen, Nachbarschaftshilfen und Vereine, die u.a. für die Überleitung von der akuten zur längerfristigen Unterstützung von Betroffenen einbezogen werden können. Den Ausgangspunkt für das Projekt PSync bildet daher eine bundesweite Bestandsaufnahme, um den erweiterten Kreis an Akteuren aufzudecken und eine Übersicht für alle Beteiligten zu gewinnen.

Um die Frage „Wer macht was?“ zu beantworten, entwickeln wir in Nachgang der Erfassung der Akteurslandschaft eine digitale Anwendung. Die entwicklungsleitende Idee ist, die gesammelten Informationen für andere PSNV Akteure verfügbar zu machen, um die Identifikation und die ontaktaufnahme bei Unterstützungsbedarf zu erleichtern. Die Entwicklung ist von Anfang an anwenderorientiert und bestimmt die praktischen Anforderungen in enger Zusammenarbeit mit Fachpersonal aus der PSNV. Sie soll dort, wo regions- und organisationsübergreifendes Wissen fehlt, die Vernetzung fördern und somit die Zusammenarbeit sowohl im täglichen Einsatz als auch bei Großschadenslagen stärken.

Wir freuen uns gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) dieses Projekt umzusetzen. Das DRK unterstützt uns dabei in seiner Funktion als Verbundkoordinator und Partner. Weiterführende Informationen zu PSync finden Sie auf der DRK Projekt-Website.